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Was sich für die 2. Flag Football-Liga ändern sollte

Mit der neuen Saison wird es eine erste und zweite Liga geben. Mit den Erfahrungen dieser und der vergangenen Jahren sollte man in der neuen 2. Liga das bestehende Konzept überdenken und an einigen Stellen anpassen.

Die Turnierordnung für die kommende erste Liga steht bereits. Nach der regulären Saison 2022 wird es Zeit, sich intensiv Gedanken zum Konzept der zweiten Liga zu machen. Grundsätzlich sollte diese Liga nach dem bisherigen Konzept weiterlaufen.

Sicherlich sind allen Teams der 5er DFFL in den letzten Jahren die Stärken und Schwächen des Ligasystems der Flag Football Bundesliga klar geworden. Mit der Auftrennung der DFFL in eine erste und zweite Liga ist ein guter Zeitpunkt, um etwas an den Schrauben zu drehen und die Schwächen zu beseitigen und das System besser für die Zukunft aufzustellen.

Wer spielt in der 2. Flag Football-Liga?

Zuerst gilt zu klären, welche Funktion die 2. Flag Fotball-Liga haben soll, welche Teams dort aufeinandertreffen und welche Anforderungen sie gerecht werden muss.

In der neuen zweiten Liga werden alle Teams spielen, die

  • bisher in der 5er DFFL angetreten sind, aber nicht in die erste Liga aufsteigen oder auf einen Aufstieg verzichten.
  • bisher auf Fun-Turnieren gespielt haben und in der Saison 2023 in die DFFL einsteigen.
  • neu gegründet wurden und direkt in die Liga einsteigen möchten.
  • ab der Saison 2024 aus der ersten Liga absteigen.

Die vermeintlich stärksten Mannschaften in 2022 verabschieden nach der sich nach der Saison in die erste Liga. Zurück bleibt ein deutlich homogeneres Teilnehmerfeld, was ausgeglichenere und z. T. auch weniger vorhersehbare Spieltage verspricht.

Was muss die Liga bieten?

Die Liga muss einen leichten Einstieg in den Ligaspielbetrieb für neue Teams bieten. Die "Hürden", die formal bei den Verbänden zu nehmen sind, lassen wir in dieser Betrachtung außen vor. Die 2. Flag Football-Liga muss

  • ambitionierten Teams (Aufstieg oder Vielspieler) die Möglichkeiten bieten, viele Turniere spielen zu können.
  • für Teams offen sein, die nur wenige Turniere im Jahr spielen, bzw. unregelmäßig spielen wollen/können.
  • neuen Teams einen leichten Einstieg ermöglichen

Der leichte Einstieg bedeutet aus unserer Sicht:

  • keine Verpflichtung an Spieltagen teilzunehmen.
  • keine Verpflichtung Spieltage auszurichten.
  • mit einem kleinen Kader ein Turnier "überstehen" zu können.

Diese Voraussetzungen erfüllt am besten ein offenes, bzw. dynamisches Ligasystem, so wie es bisher gefahren wurde. Eine Liga mit festen Terminen und einer vorgegebenen Anzahl an Spieltagen steht diesen Forderungen entgegen.

Was sollte verändert werden?

Aus den letzten Jahren und der Saison 2022 haben sich für uns folgende Punkte herauskristallisiert, die in der Turnierordnung für Liga 2 verbessert werden sollten:

Turniermodus

Bisher wurde die Anzahl der zu gewinnenden Ligapunkte durch die Größe des Teilnehmerfeldes eines Turniers bestimmt. Allerdings hat die Turniergröße nur wenig Einfluss auf die Anzahl der Spiele die ein Team am Turniertag spielt. In der Regel spielt ein Team 3 bis 5 Spiele, in den meisten Fällen 4 Spiele an einem Tag. Unserer Beobachtung nach sind 5 Spiele zu viel, um mit einem kleinen Kader einen ganzen Tag eine gute Leistung zu zeigen. Drei Spiele sind evtl. etwas wenig, um eine weitere Anreise in Kauf zu nehmen. Es sollten daher vier Spiele für jedes Team pro Spieltag angepeilt werden.

Grundsätzlich sollte bei jedem Spieltag der gleiche Modus gespielt werden. Die Punkte, die für einen Spieltag vergeben werden, sind dann immer gleich. Die Nachteile, die sich durch unterschiedliche Turniergrößen ergeben, werden damit beseitigt.

5er-Turnier

Am einfachsten ließe sich das mit 5 Teams im Round Robin-Modus erreichen.

Vorteile:

  • Es sind insgesamt 10 Spiele, die auf 2 Feldern gespielt werden können. Es ist kein drittes Spielfeld nötig.
  • Ein Spieltag ist nach ca. 6 Stunden bis 6,5 Stunden fertig. Ein deutlicher Gewinn zu Spieltagen mit 9er- oder 6er-Spieltagen mit 8,5 oder 7,5 Stunden Dauer.
  • Alle Turnierteilnehmer spielen gegeneinander. Es wird eine größere Vergleichbarkeit zw. den Teams erreicht, was auch der Vergleichbarkeit innerhalb einer Division zugutekommt. Bei 9er-Spieltagen kann es bspw. vorkommen, dass ein Team nur gegen vier verschiedene Teams antritt. Durch die Setzliste, die auf der vergangenen Saison beruht, kann es sein, dass zwei Mannschaften, obwohl sie bei denselben Spieltagen antreten, niemals aufeinander treffen.

Nachteile:

  • Ein Team muss immer für 2 Felder gleichzeitig die Ref-Crews stellen.
  • 2 Teams haben drei Spiele hintereinander,
  • Je Turnier können nur 5 Teams teilnehmen.
  • Durch weniger Pausenzeiten, weniger Umsatz für den Ausrichter am Verkaufsstand

6er-Turnier

Alternativ könnte man sich auf nur 6er-Turniere einigen, wenn man unbedingt den Turniercharakter mit einem Endspiel erhalten möchte.

In der bisherigen 6er-Turnierform würden zwei Teams allerdings nur 3 Spiele austragen. Das 6er-Turnier wäre aber vermutlich ein Kompromiss zwischen den o.g. Vor- und Nachteilen eines 5er-Spieltages.

Vorteile:

  • Es sind insgesamt 11 Spiele, die auf 2 Feldern gespielt werden können. Es ist kein drittes Spielfeld nötig.
  • Die Punkte, die für einen Spieltag vergeben werden, sind dann immer gleich. Die Nachteile, die sich durch unterschiedliche Turniergrößen ergeben, werden damit beseitigt.

Nachteile:

  • Ein Spieltag wäre nach ca. 7 Stunden bis 7,5 Stunden fertig.
  • Nur drei Spiele für zwei der Teams.

Ein Round Robin-Modus mit sechs Teams wäre mit insgesamt 14 Spielen auf zwei Feldern zeitlich nicht durchführbar und es wären fünf Spiele jedes Team, was wir als nicht optimal sehen.

Setzliste

Bisher wurden die Turniere nach der Gesamttabelle des Vorjahres gesetzt. Neue Teams wurden in der Reihenfolge ihrer Liga-Anmeldung gesetzt. Dies berücksichtigt nicht die aktuelle Spielstärke der Teams, wofür eine Setzliste eigentlich da ist.

Falls es bei dem bisherigen Turniermodus bleibt, sollten in der kommenden Saison der zweiten Liga die Teams anhand der vor dem Turniertag aktuellen Gesamttabelle gesetzt werden. Denn so wird vermieden, dass die besten Teams direkt in eine Gruppe gesetzt werden, nur weil ein Team neu in der Liga ist.

Bei einem Round Robin-Modus sollten die Teilnehmer ebenfalls nach der aktuellen Gesamttabelle gesetzt werden und der Spielplan sollte dahingehend geändert werden, dass die beiden besten Teams der Setzliste am Ende des Turniers aufeinandertreffen.

Absagen und Meldungen

Ein wirkliches Problem sind Absagen. In der aktuellen Saison gab es bisher 21 Absagen durch Teams. Darunter so einige "Wiederholungstäter". Für ambitionierte Teams ein Problem, da die Punktevergabe von der Turniergröße abhängt. Für alle anderen Teams ärgerlich, da sie i.d.R. dann weniger Spiele absolvieren. Sind die Absager selbst nicht so ambitioniert, was die Tabellenplatzierung angeht ist ihnen die Strafe von -4 Punkten sicherlich ziemlich egal.

Ja, es gibt Situationen da kommt alles zusammen und man hat kaum genügend Personal. Aber die Teilnahme an einer Liga ist ein Committment. Und gerade im dynamischen Modus, bei dem es keinen festen, vorgegebenen Spielplan gibt und man nicht verpflichtet ist für Turniere zu melden, wiegt eine Anmeldung zu einem Turnier noch viel mehr, denn man hat in Kenntnis des genauen Datums die Teilnahme zugesagt!

Damit die Spieltage auch immer wie geplant stattfinden, sollte eine Absage nicht nur mit Punktabzug bestraft werden. Zudem sollten die ausgefallenen Spiele mit 0:20 gewertet werden. Da dies vermutlich auch noch nicht wirklich davon abhält abzusagen, müssten man die Absager vermutlich mit einer Strafe dort treffen, wo es wirklich weh tut... z. B. in der Mannschaftskasse.

Ergänzend sollten sich Teams auf eine Nachrückerliste (auch noch nach Meldeschluss, bzw. kurz vor dem Termin) setzen lassen können, um im Notfall schnell einen Ersatz parat zu haben. Mannschaften, die sich nach Meldeschluss noch auf die Nachrückerliste setzen lassen, sollten dann aber so behandelt werden wie Teams, die regulär gemeldet haben. Sollte so ein Nachrücker vorhanden sein, könnten dem Absager die negativ gewerteten Spiele erlassen werden, weitere Bestrafungen sollten dennoch angewendet werden.

Teams, die zu Beginn des Erstanmeldungszeitraums nur auf der Warteliste gelandet sind, sollten natürlich konsequenzlos zurücktreten können. Der Erstanmeldezeitraum geht eine Woche. Ist das Turnier voll, können danach Teams, die keinen Startplatz bekommen haben, entscheiden, ob sie auf der Warteliste bleiben oder zurücktreten. Weitere Teams können sich danach auf die Warteliste setzen lassen. Ist das Turnier nach der ersten Woche nicht voll besetzt, verlängert sich der Erstanmeldezeitraum um eine weitere Woche.

Grundsätzlich soll auch überlegt werden, zwar zu Beginn der Saison alle bekannten Turniertermine zu veröffentlichen, die Anmeldung zu den Turnieren trotzdem erst 6-8 Wochen vorher freizugeben, evlt. können dadurch Absagen vermieden werden. Die Teams können planen, aber sehr langfristig getätigte Zusagen werden vermieden.

In unseren Augen sollte auch das "first come, first served"-Prinzip beibehalten werden. Die Mannschaften haben ausreichend Zeit, Ihren Kader für einen Termin abzuklären. Eine Anmeldung kann von überall mit dem Smartphone erfolgen. Da die 2. Liga vermutlich weniger Teilnehmer haben wird als die 5er DFFL in dieser Saison, wird wohl der Druck bei den Anmeldungen nicht so groß sein wie zu Beginn dieser Saison.

Um den Charakter einer Bundesliga mit einem überregionalen Spielbetrieb zu wahren und zu fördern, sollte in Erwägung gezogen werden, ein bis zwei Startplätze je Turnier für Teams aus einer anderen Division in der Erstanmeldephase zu reservieren.

Anzahl der Turniere

Neben den o.g. Vorteilen der 5er-Turniere ist ein Nachteil, dass nicht bis zu neun Teams in den Genuss eines Spieltages kommen. Es muss daher sichergestellt werden, dass in der Saison ausreichend viele Spieltage, zeitlich und regional verteilt angeboten werden.

Eine Verpflichtung, einen Spieltag auszurichten, kann den Teams der zweiten Liga nicht aufgebürdet werden, da insbesondere neue Teams oftmals gar keinen Zugriff auf einen adäquaten Platz haben.

Jedoch müssten die Teams, die ein Turnier ausrichten könnten, dazu motiviert werden, dies ggf. mehrfach in der Saison zu tun. Natürlich ist die Ausstattung für einen Spieltag auch ein Kostenfaktor: mindestens 8 Pylonen und einige Cones müssen für insgesamt ca. 200 € gekauft werden. Doch können diese Ausgaben durch einen Verkauf von Essen und Getränken bei den ausgerichteten Spieltagen wieder hereingeholt werden. Evtl. können sich ja die Teams auch gegenseitig aushelfen und o.g. Material zur Verfügung stellen.

Die Ausrichtung eines Spieltages hat auch recht angenehme Vorteile:

  • Der Startplatz im Teilnehmerfeld ist sicher, man muss sich nicht anmelden.
  • Keine weite Anfahrt.
  • Der Turniertermin kann selbst bestimmt werden.
  • Durch einen Verkaufsstand kann die Mannschaftskasse gefüllt werden.

Von den Teams, die der zweiten Liga spielen werden, haben mindesten 22 Teams in dieser Saison selbst einen oder mehrere Spieltage ausgerichtet oder ausrichten wollen. Wenn sie das auch im nächsten Jahr so machen, ergibt das eine solide Anzahl an Turnieren, auf der aufgebaut werden kann.

Punktevergabe

Wie bereits oben erläutert, bestimmt bisher die Turniergröße den möglichen Punktegewinn. Das ist unfair. Denn bei den größeren Turnieren spielt ein Team nicht zwingend auch gegen mehr oder bessere Gegner.

Bei einem möglichen zukünftigen Konzept, bei dem ausschließlich mit 5er-Round Robin oder 6er-Turniere gespielt werden, könnte das bisherige Punktevergabesystem nach Platzierung erhalten bleiben (4er nur bei Absage ohne Nachrücker).

Fazit

Es sollten in Zukunft in der 2. Flag Football Bundesliga nur 5er-Round-Robin- oder 6er-Turniere gespielt werden. Man muss abwägen, ob die Dauer des Turniers und die ungleiche Anzahl der Spiele oder die doppelte Ref-Belastung das größere Hindernis ist.

Aber auf jeden Fall sollte durchgängig nur eine Turnierform gespielt werden. 9er- und 8er-Turniere bieten nicht unbedingt mehr Spiele je Team, benötigen jedoch drei Felder und dauern länger. Wir denken, dass man einem 5er-Round Robin-Modus eine Chance geben sollte, zumal dies auch in der zukünftigen DFFL 1 gespielt wird.

Das Modell der dynamischen Spieltage sollte ebenso wie die Vergabe der Startplätze nach dem First-Come-First-Serve-Modell fortgeführt werden. Reservierte Plätze für Teams aus anderen Divisionen sollten für den Erstanmeldungszeitraum, sowie eine Nachrückerliste sollten in Erwägung gezogen werden.

Die Bestrafung bei einer Absage muss schärfer werden. Es ist eine Liga und kein Fun-Turnier. Jedoch sollte das bisher offene System der freien Turnierwahl und fortgeführt und keine Teilnahmepflicht eingeführt werden.

Ausblick

Bei einer neuen Liga sollte nichts für immer in Stein gemeißelt werden. Daher sollte immer überprüft werden, ob die Turnierordnung noch zu den aktuellen Rahmenbedingungen passt. So sind nach der kommenden Saison der verabschiedete Spielmodus und andere Regelungen erneut auf den Prüfstand zu stellen und sind ggf. wieder anzupassen. Dabei sollten möglichst viele Mannschaften ihre Meinung und Mitarbeit einbringen.

Die Befürchtung, dass es zu wenige Turniere geben wird, teilen wir nicht unbedingt, da in der zweiten Liga viele Teams antreten werden, die schon in dieser Saison einen oder mehrere Spieltage ausgerichtet haben. Aufgrund der o.g. Vorteile einer Ausrichtung werden sicherlich auch ein paar Liga-Neulinge einen Spieltag ausrichten wollen.

Wir wüschen uns, dass möglichst viele Teams, die bisher "nur" auf Freizeit-Turnieren unterwegs waren und somit über eine gewisse Spielerfahrung verfügen, den Schritt in die Liga machen. Auch neu gegründete Teams sollten nicht mit einem Betritt zur Liga warten. Wir können nur dazu raten und motivieren, sich dem Ligaspielbetrieb anzuschließen.

Wir haben die Hoffnung, dass die neue 2. Liga fast so groß wird wie die diesjährige 5er DFFL, denn wir kennen viele Teams, die bereits in den Startlöchern stehen.

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