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Die Zukunft der 5er DFFL

Das Konzept zur Einführung einer ersten und zweiten Bundesliga steht zum größten Teil. Die Umsetzung ist großer Schritt und Einschnitt für den deutschen Flag Football. Kann das so gelingen?

Im deutschen Flag Football soll voraussichtlich 2023 eine Aufteilung der 5er DFFL in eine erste und zweiten Liga erfolgen.

Nach der kurzen Vorstellung des Konzepts zu Beginn der Saison 2021, folgte nun eine ausführliche schriftliche Veröffentlichung des Konzepts auf der Website der DFFL. In einem Zoom Meeting Anfang August konnten alle Teams der DFFL das Konzept diskutieren, Kritik äußern und Verbesserungsvorschläge einbringen.

In diesem Beitrag wollen wir nun Konzept genauer betrachten, um Stärken und möglich Schwachpunkte herauszuarbeiten.

Das Konzept in der Zusammenfassung

Kern des Konzepts ist die Aufteilung der DFFL in eine erste und zweite Liga zur Saison 2023.

Die erste Liga

Geplant ist eine 16 Teams umfassende erste Liga, aufgeteilt in 4 Divisionen, welche in einem festen Spielplan spielt. Dabei erfolgen nicht nur Spiele gegen Teams der eigenen Division, sondern auch Spiele gegen Teams aus zwei anderen Divisionen.

Die Idee ist, dass alle Teams einer Division (A) einen Heimspieltag ausrichten, bei dem alle Teams der eigenen Division antreten und ein Team aus einer anderen Division (B) zukommt. Es wird ein Round Robin gespielt, sodass jede Mannschaft 4 Spiele absolviert. Drei gegen die Teams aus der eigenen Division und eins gegen ein Team aus einer anderen Division (B).

Zudem wird jedes Team (A) auf einen Spieltag einer dritten Division (C) fahren und dort gegen die vier Teams dieser Division antreten.

Im Gegensatz zur aktuellen DFFL, geht es hier nicht mehr um die Ermittlung eines Turniersiegers. Alle Spielergebnisse eines Teams gehen eins zu eins in die Divisionstabelle ein. Es ergibt sich somit eine Saisontabelle, wie man sie auch aus anderen Sportarten wie Fussball, Handball oder Basketball kennt.

Jedes Team hat also im Verlauf der Saison 20 Spiele:

4x 3 Spiele gegen Teams der eigenen Division (A)
4x 1 Spiel gegen ein Team aus einer anderen Division (B)
1x 4 Spiele gegen Teams aus einer anderen Division (C)

Für den Finaltag qualifizieren sich jeweils die Erst- und Zweitplatzierten einer Division.

Die Zuordnung der drei Divisionen wird im Lauf der Jahre rotieren, sodass es alle nur vier Jahre zu gleichen Divisionszuordnung kommt.

Die zweite Liga

Für alle anderen Teams besteht die Möglichkeit an der zweiten Liga teilzunehmen. Das sind z.B. die Mannschaften, die sich im Jahr 2022 nicht für die erste Liga qualifizieren konnten (Platz 1 bis 4 in der Division), die nicht in der ersten Liga spielen möchten und Teams die neu in die DFFL kommen.

Die geografische Einteilung der Divisionen entspricht der, der ersten Liga.

Die Spieltagsorganisation der zweiten Liga gleicht dem aktuellen Konzept der 5er DFFL. Teams richten Turniere aus, bei denen je nach Platzierung  einer Mannschaft Punkte gut geschrieben werden. Diese Punkte gehen dann in eine Gesamttabelle über. Jedes Team kann eine Höchstzahl an Turnierergebnissen (bisher 6) einbringen.

Die beiden Besten aus den vier Divisionen in der Gesamttabelle qualifizieren sich für den Finaltag der zweiten Liga.

Finaltag und Relegation

Für das Saisonfinale, dem DFFL Bowl, ist geplant bei einem Event über zwei Tage die Meister der ersten und zweiten Liga zu ermitteln und auch die Relegationsspiele durchzuführen.

Bei dem in dem Meeting vorgestellten Modell wurden die acht Divisionsbesten der ersten und zweiten Liga in je zwei Gruppe á vier Teams gesetzt, die dann in einem Round Robin die Plätze für die Platzierungsspiele ermitteln. Die beiden Erstplatzierten einer Gruppe gehen ins Halbfinale (nicht in einer Finaltagsvariante auf 3 Feldern), die beiden Dritten spielen direkt um Platz 5, die Vierten um Platz 7.

In der Divisions-Relegation würden die beiden Besten der zweiten Liga (die am Tag zuvor um die Zweitligameisterschaft gespielt haben) auf den Viertplatzierten aus der ersten Liga treffen. Der Beste aus diesen drei Spielen wird in der kommenden Saison in der ersten Liga antreten können.

Hier kannst du das Konzept im Original und in aller Ausführlichkeit nachlesen:

Die Ausgangslage

Das Interesse an American Football wächst. Niemals zuvor war Football so medienpräsent wie derzeit. Ob NFL oder ELF im TV bei ProSieben und ProSiebenMaxx, sowie die GFL in Sport1 oder im Livestream. Die Footballbegeisterung wächst stetig und auch die NFL drängt nach Europa - auch mit Flag Football.

In diesem Fahrwasser wird auch Flag Football immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und an Bekanntheit gewinnen. Im Dezember steht die Weltmeisterschaft in Israel an und 2022 wird Flag Football auch Teil der World Games sein. Nicht auszuschließen ist auch, dass Flag Football 2028 sogar den Weg zu den Olympischen Spielen in Los Angeles schafft.

Da sicher nicht alle die mit dem Ei spielen wollen, sich den Kopf einhauen wollen, wird ein großer Teil der Football-Interessierten auch den Weg zum Flag finden.

Diesen Trend bestätigt auch der Blick auf die letzten Jahre, in denen die Anzahl der Flag Football-Teams in Deutschland stetig gewachsen ist. Nach Recherchen von FlagFootball.Rocks!, gibt es in Deutschland aktuell über 110 aktive Flag Football-Teams. Viele neue Teams haben dabei auch direkt den Weg in die 5er DFFL gesucht, weil sie spielen wollen. Andere Teams haben den Weg noch nicht in die Liga gefunden.

Auch zukünfitg werden sich weitere Teams gründen und den Spielbetrieb suchen oder bestehende Flag-Vereine werden eine zweite Mannschaft aufstellen können, weil weitere SpielerInnen dazu stoßen.

Für die DFFL-Saison 2021 haben (sicherlich auch Coronabedingt) "nur" 49 Team gemeldet. Der Spielbetrieb der letzten Jahre (vor 2020, die Corona-Situation außen vor gelassen) war geprägt von einer kurzfristigen Spieltagsplanung, einer wachsenden Heterogenität der Spielstärke der Teams und starken regionalen Unterschieden, was die Turnierdichte angeht.

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Ist eine Aufteilung in eine erste und eine zweite Flag-Liga überhaupt notwendig?

Diese Frage lässt sich mit einem ganz klaren JA beantworten! Aber warum ist das so?

Gründe, warum eine Aufteilung aus meiner Sicht absolut notwendig ist:

  1. Die Leistungsbandbreite der Teams bei einem Spieltag ist z.T. sehr groß. So werden Liga-Neulinge oder Teams, die weniger leistungsorientiert sind, durch hohe Niederlagen demotiviert und im schlimmsten Fall vergrault.
  2. Liga-Neulinge könnten nach dem neuen Konzept in der zweiten Liga in den Spielbetrieb einsteigen. Teams, die nur gelegentlich spielen möchten, sind ebenfalls in der zweiten Liga mit dem offenen Turnier-Konzept gut aufgehoben.
  3. Leistungsorientierte Teams haben in der aktuellen DFFL je Liga-Turnier nur 1 oder 2 fordernde Spiele. Für einen attraktiven und motivierenden Wettbewerb und um das Leistungsniveau auch im Hinblick auf die Nationalmannschaften nach oben zu schrauben, müssen sich die besseren Teams häufiger miteinander messen können.
  4. Deutschland ist Flag Football-Entwicklungsland. Länder, in denen es seit vielen Jahren einen organisierten Ligabetrieb gibt, dominieren das europäische Flag Football. Durch einen geregelten und organisierten Spielbetrieb steigt das Leistungsniveau.
    In Österreich bspw. gibt es drei Flag Football-Ligen und eine zusätzliche Frauen-Flag-Liga. Hinzu kommen diverse Jugendligen in allen Altersklassen (siehe Website AFBÖ). Die Installation einer Liga mit einem organisierten Spielbetrieb ist der erste Schritt.

Kann das vorgestellte Erstliga-Konzept funktionieren?

Die Verfasser des Konzepts haben ganz ersichtlich sehr viel Zeit und Arbeit in die Konzeption gesteckt und was dabei herausgekommen ist bemerkenswert. Es ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit. Das Konzept wirkt schlüssig und hat definitiv das Potenzial zu funktionieren.

Die Idee drei Divisionen zu verzahnen und an jeden Spieltag ein Team aus der anderen Division dabei zu haben, bzw. als Team zu einem Spieltag in eine andere Division zu fahren ist richtig klasse!

Auch die Parallelität der Divisionen in erster und zweiter Liga ist einleuchtend um einen Auf- oder Abstieg regeln zu können und gibt die Möglichkeit evtl. später auch in der zweiten Liga divisionsfokussierter zu spielen.

Schlussendlich steht und fällt das Ganze aber mit den Flag Football-Teams in Deutschland. Ein Team, welches in der höchsten deutschen Spielklasse Wettkämpfe bestreiten will, muss zukünftig bereit sein mehr zu investieren als bisher.

Denn wenn ein Team nun in der ersten Liga spielen will, dann sagt es:

  • Ja, wir richten einen Spieltag aus.
  • Ja, wir richten uns nach einem fixen Spielplan.
  • Ja, wir fahren auf Spieltage in unserer Division und müssen ggf. übernachten.
  • Ja, wir fahren einen Spieltag in andere Divisionen und müssen ggf. übernachten.
  • Ja, wir spielen den Finaltag oder Relegation, auch wenn wir ans andere Ende von Deutschland fahren und ggf. übernachten müssen.

Wenn ein Team nicht bereit ist das alles zu tun, ist der Schritt in die erste Liga vermutlich nicht der richtige.

Fahrten innerhalb eine Division können, je nachdem wie der Divisionszuschnitt ist, auch mit einer längeren Anfahrt verbunden sein, jedoch sind die Spieltage mit insgesamt 10 Spielen (5 Teams, Round Robin) kürzer als bisherige Turniere mit 6 oder 8 Teams.

Wer in der 1. Bundesliga spielen will, muss einfach dazu bereit sein an bis zu 6 Wochenenden zwischen Anfang April und September eine kleine Reise zu machen und auch die Kosten dafür zu tragen.

Hunderte von SportlerInnen in Deutschland in dutzenden anderer Randsportarten sagen "Ja", weil sie Ihre Sportart lieben und weil sie Bock darauf haben sich mit den Besten zu messen und zu den Besten zu gehören.

 

Offene Fragen

Das sehr umfangreich ausgearbeitete Konzept für die erste Liga wirft bei genauerer Betrachtung aber auch ein paar offene Fragen auf:

Wie werden die Spieltage festgelegt und können Spieltage verschoben werden?

Leider wurde noch kein Spielplan-Prototyp vorgestellt, doch vermute ich, dass der Spielplan wenig Raum zum Schieben oder Verlegen hergeben wird, denn es sind ja immer drei Divisionen miteinander verzahnt (vgl. DFFL-Konzept). Die Verschiebung eines Spieltages betrifft somit nicht nur die Teams der eigenen Division, sondern immer auch ein Team einer anderen Division und somit deren Spielplan.

Bei der Erstellung der Spielpläne wird es in meinen Augen wichtig sein, Ausweichtermine einzuplanen. Eine Möglichkeit könnten fest definierte Ausweichtermine, sodass diese nicht mit anderen Spieltagen kollidieren.

Weiterhin sollten spielfreie Wochenenden für Natio-Try Outs, Natio-Camps oder relevante internationale Turniere wie EM, WM, Sportmonda Bowl, Big Bowl oder Champions Bowl in Liga eins eingeplant werden.

Was passiert, wenn das Heimteam zum anvisierten Datum keinen Platz zur Verfügung hat oder es ist Ferienzeit und viele Spieler sind im Urlaub? Oder können Spieltage grundsätzlich nicht verschoben werden?

Verein mit zwei Teams - SpielerInnen-Wechsel zwischen den Teams?

Mittlerweile setzen viele Vereine ausschließlich auf Flag Football und arbeiten an der Rekrutierung von Flag Spielern (über Jugendarbeit, Promotion oder Kooperationen mit Universitäten oder Schulen). Diese Teams werden einen steten Zuwachs an SpielerInnen haben. Es gibt einen Punkt, an der es zu viele SpielerInnen für ein Team aber auch zu wenig für zwei Teams sind.

Und daher ist meine Meinung: Ja, SpielerInnen sollten zwischen den Teams wechseln können - und zwar beliebig!

Aber natürlich mit ein paar Einschränkungen:

  • Je Verein kann nur ein Team in der ersten Liga spielen. Das bedeutet aber auch, dass ein evtl. zweites Team überhaupt nicht aufsteigen kann. Das Team würde gar nicht an der Relegation teilnehmen und sozusagen außer Konkurrenz spielen.
  • SpielerInnen werden zu Beginn der Saison für eine Liga gemeldet und dürfen in der Relegation und/oder am Finaltag nur in dieser Liga antreten.

Die Vorteile eines beliebigen Wechsels von SpielerInnen sind:

  1. Alle SpielerInnen eines Vereins können spielen - keine/r bleibt zurück
    Ab einer gewissen Kadergröße muss man ein zweites Team spielen lassen können, denn nicht alle SpielerInnen können (Können/Erfahrung) oder möchten in der ersten Liga spielen.
    Kann der Verein diesen SpielerInnen kein Angebot machen, werden sie vermutlich früher oder später den Verein verlassen. So kann auch mit einer Kadergröße von nur 25 Spielern ein zweites Team aufgestellt werden, dass an Turnieren der 2. Liga teilnehmen kann. Dürften SpielerInnen der ersten Liga nicht auch in der zweiten Liga spielen, wird das zweite Team in die Flag&Fun-Turniere gedrängt (weil dort auch die ErstligaspielerInnen antreten dürften), was dem Aufbau der zweiten Liga entgegensteht.
  2. Spielfähigkeit der Teams wird sichergestellt
    Verletzungen, Urlaub, berufliche oder private Verpflichtungen. Es gibt genug Ursachen, warum ein Team selten mit vollständigem Kader an einem Spieltag teilnimmt. Und es ist Amateur- und nicht Profisport.
    Durch den festgelegten Spielplan kann nun besser geplant werden. Doch durch einen Wechsel zw. den eigenen Teams können auch Verletzungsausfälle und andere Verhinderungen kompensiert werden und ein Spieltag muss im schlimmsten Fall nicht abgesagt werden.
  3. Heranführung an erste Liga
    Die Wechselmöglichkeit bietet die Gelegenheit SpielerInnen, durch gelegentliche Einsätze an die erste Liga heranzuführen.

Meine Forderung wird vermutlich nur wenige Teams betreffen und vermutlich haben einige Teams das Gefühl dadurch benachteiligt zu werden. Werden sie aber gar nicht. Und warum sollten Teams die Nachwuchsförderung betreiben oder sich aktiv um neue SpielerInnen bemühen und es so schaffen einen großen Kader aufzubauen benachteiligt werden?

Eine Regelung, des "Festspielens", oder der strikten Trennung der Teams kann dann kommen, wenn es auch in Deutschland deutlich mehr als die aktuell gut 100 Teams gibt.

Anders herum, wenn eine strikte Trennung des Personals erfolgen würde, warum dürfte dann dieses Team nicht auch aufsteigen? Wenn es doch gut genug ist?

Wie wird verfahren, wenn ein Spieltag abgebrochen werden muss, bzw. gar nicht stattfinden kann, bspw. wegen eines Unwetters?

Im vermutlich recht engen Spielplan einen Nachholtermin zu finden wird nicht einfach sein doch den Spieltag einfach nicht zu werten mag ja innerhalb der Division noch funktionieren, für das Gastteam jedoch nicht, da es dann einen Spieltag weniger als die Divisionskonkurrenten hat.

Was passiert, wenn ein Spieltag auch nicht nachgeholt werden kann?

Ein Spieltag wird nach 2 gespielten Partien wegen eines Unwetters abgebrochen. Danach ist der Platz unbespielbar oder es gewittert den ganzen Tag weiter. An möglichen Ausweichspieltagen sind betroffene Teams bereits bei anderen Nachholspieltagen im Einsatz. Man kann sich einige Szenarien ausdenken, bei den ein Spieltag nicht nachgeholt werden kann.

Nichtantreten beim Finaltag oder der Relegation?

Wer zur Teilnahme an der ersten Liga "Ja" gesagt hat, aber dann nicht bereit ist den ganzen Weg zu gehen... welche Sanktionen sollten "drohen"?

Und die zweite Liga?

Damit in ein paar Jahren nicht nur noch die erste Liga existiert, muss massiv in die Basis - die zweite Liga - investiert werden.

Es ist mir persönlich zu wenig Innovation in dem Konzept für die zweite Liga, einfach alles so zu machen wie bisher. Aber vermutlich ist es der richtige Weg, da es ein erprobtes und funktionierendes Konzept ist.

Die Überlegung aber muss sein, wie möglichst viele Teams (ca. 60 Teams spielen nicht in der DFFL) den Weg in die Liga finden. Bleibt es weiterhin bei ca. 50 DFFL-Teams, ist eine 2. Liga mit 30 Teams vielleicht etwas zu klein, sodass regelmäßig und gleichmäßig über Deutschland verteilt DFFL-Turniere stattfinden werden. Ein solcher Spielbetrieb wird die Teams nicht aus dem Flag&Fun Bereich in die Liga holen.

Über dreißig Flag-Teams in Deutschland kommen aus Nordrhein-Westfalen. Dort wird seit vielen Jahren die SFL (NRW-Flag-Liga) gespielt. Schon in der Saison 2019 hatte ich den Eindruck, dass viele Teams in NRW lieber SFL als DFFL spielen. Verständlich, denn sie haben einen festen Spielplan und relativ kurze Wege innerhalb von NRW.
Bemerkenswert ist auch, dass es nur einen Landesverband gibt, der eine Flag-Liga für Erwachsene organisiert. Das wiederum zeigt gut den Stellenwert von Erwachsenen Flag Football in den Landesverbänden in den letzten Jahren...
Zwei oder drei Teams aus NRW werden vermutlich in die erste Liga streben, aber für alle anderen wird das Angebot der ersten oder zweiten Liga vermutlich nicht attraktiver als das der SFL sein.

Das offene Ligakonzept hat seine Vorteile - aber auch Nachteile. Denn keiner muss, alle können. Durch diese Freiwilligkeit ist leider nicht sichergestellt, dass es überall ausreichende viele Turniere geben wird.

Damit die zweite Liga für alle Teams attraktiv ist und erfolgreich läuft, muss sichergestellt werden, dass

  • die Hürde (z.B. Beiträge) zum Eintritt in die Landesverbände und somit in die Liga möglichst niedrig ist.
  • auch die zweiten Teams von Erst-Liga-Vereinen spielfähig sind (freier Spielerwechsel, s.o.).
  • es definierte Wochenenden gibt an denen Turniere stattfinden können oder auch nicht stattfinden dürfen, um die Saison-Planbarkeit für Teams zu verbessern.
  • die Ligaorganisation für eine gleichmäßige Verteilung der Turniere (zeitlich und geografisch) sorgt.
  • Teams und Spieltage der SFL gut in die DFFL 2 eingebunden sind.

Finaltag und Relegation

Einen großen gesamt DFFL-Spieltag. Ein großes "Get-together". Flag Football-Deutschland feiert sich. Eine feine Idee. Hier hat das Liga-Konzept für mich noch nicht ganz rund. Auch vielen Teams gefiel der Vorschlag nicht so gut.

  • Ein Spielplan, der vier Spielfelder benötigt. Wie viele Bewerbungen gab es in den letzten Jahre für den DFFL-Finaltag? Leider sehr wenige. Wenn nun auch noch vier statt bisher drei Felder benötigt werden, wird es vermutlich noch schwerer einen Ausrichter zu finden.
  • Ein eingebrachtes Argument war, dass Teams in ländlichen Regionen vier Plätze stellen könnten. Aber wo bringe ich auf dem Land 20 Teams mit insgesamt mindestens 300 Personen Spielort nah unter?
  • Ein alternativer Spielplan mit nur drei benötigten Feldern aber dafür ohne Halbfinalspiele? Dies ist sicher für die meisten keine gute Option. Halbfinale muss einfach sein.
  • Die Vierten der Divisionen aus Liga 1 reisen für zwei Relegationsspiele an einem Tag quer durch die Republik? Das ist nicht so toll und sicherlich für einige Teams eine nicht so große Motivation um am Finaltag teilzunehmen.
  • Der erste und zweite der Zweiliga-Division spielen an Tag eins des Finalturniers evtl. fünf Spiele um die Meisterschaft um dann an Tag 2 die Relegation um den Aufstieg zu spielen, gegen ein frisches Erstliga-Team? Das ist für die die Zeitliagteams ein nicht zu unterschätzender Nachteil.

Fazit

Das Konzept ist der Schritt zur richtigen Zeit in die richtige Richtung! Das Konzept ist gut und kann für die erste Liga und für die zweite Liga funktionieren. Die Aufteilung wird kommen müssen und das ist richtig und wichtig. Auch 2023 ist ein gutes Zeitfenster. Je eher, desto besser. Eine Verschiebung würde nur die o.g. aktuellen Schwierigkeiten in der Liga verschärfen.

Vieles ist super ausgearbeitet, geplant und stimmig, das Konzept mit Interdivisons-Spieltagen ist gut durchdacht. Hoffentlich finden sich 4x4 Teams die bereit sind den (weiteren) Weg in der ersten Liga zu gehen.

Auf Detailfragen z.B. zum Spielplan, zur Durchführung von Spieltagen oder einer Regelung mit mehreren Teams in einem Verein bleibt das Konzept noch Antworten schuldig. Bei der Durchführung von Finaltag und der Relegation, muss noch nachjustiert werden. All diese Fragen müssen auch mal richtig diskutiert werden. Das kann nicht nur über digitale Post-its geschehen.

Die Basis mit der zweiten Liga bedarf einer besonderen Beachtung, um viele Teams in dieser Liga zu halten und zur Teilnahme zu motivieren. Die Einstiegshürden in den Ligaspielbetrieb müssen möglichst niedrig sein. Es geht nun darum möglichst viele Teams und SpielerInnen zu halten und zu gewinnen, um eine breite Basis zu schaffen.

Die Liga (der Verband) muss sich auf einen Spielbetrieb mit mehr Teams in der zweiten Liga vorbereiten und ein Konzept für eine Anpassung der zweiten Liga in Richtung eines geplanten Spielbetriebs in der Schublade haben. Denn Flag Football wird mehr Anhänger in Deutschland finden. WM 2021, Word Games 2022 und wahrscheinlich Olympia 2028, sowie die mediale Präsenz von American Football mit NFL, GLF und ELF wird ihren Betrag dazu leisten.

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